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Sie wollen den «totalen Krieg»!

Wieder einer dieser berau­schenden Sommermorgen. Frühes Erwachen, Vogelgezwitscher. Am Himmel tanzen die Mauersegler. Der Trompetenbaum beglückt uns mit seinen ersten Blüten – jede von ihnen ein kleines Wunder… Es grünt und blüht rundum. Ein Blick in die Krone des Nussbaums verspricht eine reiche Ernte im Herbst…

Momente des Glücks, wohltuend schön. Und gleich­zeitig bedrückend – verwirrend: Ich kriege diese Welten nicht mehr zusammen. Die Freude an der Schönheit und dem Frieden, der mich umgibt, auch Dankbarkeit dafür. Und gleich­zeitig diese Ohnmacht, Wut und Trauer über die ungehemmte Gewalt gegen Menschen wie Du und ich, die von den Mächtigen dieser Welt vor unseren Augen befeuert wird.

Die Hiobsbotschaft von heute Morgen: An ihrem Treffen in den kanadi­schen Rocky Mountains erklärten sich die Staatschefs der G7 unisono solida­risch mit Israel, sie unter­strichen dessen Recht auf «Selbstverteidigung» und verur­teilten Irans angeb­liche Entwicklung von Atomwaffen.

Fakt ist: Israel hat mit massiven Bombenanschlägen und Geheimdienstaktionen letzten Freitag einen Grossangriff auf den Iran gestartet. Teheran hat – wie schon bei früheren Aggressionen von Seiten der Israelis – vergleichs­weise moderat reagiert. Trotzdem haben bereits in den vergan­genen Tagen zahlreiche westliche Politiker:innen wie auch die Leitmedien den Iran als Terrorstaat und Israel als «Opfer» dargestellt.

Wer die Berichterstattung aufmerksam verfolgt, stellt fest: Laut unseren Medien zielen israe­lische Bomben auf Nuklearanlagen und militä­rische Infrastruktur im Iran, während iranische Raketen unschuldige israe­lische Zivilist:innen töten… Damit übernimmt der Westen einmal mehr eins zu eins die israe­lische Propaganda – ungeachtet der Tatsache, dass im Iran bereits Hunderte Menschen durch israe­lische Bomben auf Wohnblöcke getötet wurden.

Israel foutiert sich weiterhin um das Völkerrecht – die jüngsten Angriffe auf den Iran reihen sich ein in die mittler­weile lange Liste von Kriegsverbrechen und Völkerrechtsverletzungen durch Israel. Die Staatschefs der G7 – der «Gruppe der sieben führenden Industrienationen und Demokratien», wie sie sich selber nennen – schauen einfach weg und lassen Israel weiter wüten und morden.

Die Präsident:innen von Deutschland, Frankreich, Grossbritannien, Italien, Japan, Kanada und den USA sowie der Europäische Union stärken dem Terrorstaat Israel erneut den Rücken. Unglaublich – unfassbar!

Verklungen und vergessen ist die in den letzten Wochen zaghaft aufge­kommene Kritik am israe­li­schen Töten in Gaza und im Westjordanland, die von einigen der G7-Ländern mit mahnenden, wenn auch viel zu sanften Worten, geäussert wurde. Mit dem Angriffskrieg auf den Iran hat Israel erneut bewiesen, dass sein Terrorismus ungehindert den Nahen Osten überziehen darf, immer unter dem Schutzmantel der westlichen Staaten, die sich so gerne als Hüter der Menschenrechte aufspielen.

In der kurzen Erklärung, welche die G7-Staatchefs heute anlässlich ihres Treffens in den Rocky Mountains unter­schrieben haben, heisst es doch tatsächlich, der Iran sei «die haupt­säch­liche Quelle für Instabilität und Terror in der Region».

Eine unver­schämte Verdrehung der Tatsachen: Die haupt­säch­liche Quelle sind sie selber und Israel, angesichts der von Jerusalem seit 1948 ungestraft began­genen und aktuell inten­si­vierten Völkermords- und Kriegshandlungen.

In der G7-Erklärung ist jedoch einzig die Rede von einer «irani­schen Krise», die gelöst werden müsse, für eine Deeskalation der Situation im Nahen Osten, inklusive einem Waffenstillstand in Gaza.

Noch lassen die USA verlaut­baren, dass sie nicht direkt in den Krieg eingreifen würden – verstärken aber aktuell ihre ohnehin schon massive Militärpräsenz im Nahen Osten. Die Eskalationsspirale dreht sich weiter.

Zumal die Staatsmänner und ‑frauen der G7 mit ihrer einäu­gigen, dummen Unterstützung des Terrorstaats Israel einmal mehr demon­strieren, dass ihnen nicht nur die einst von «westlichen Werten» voran­ge­trie­benen Menschenrechtserklärungen egal sind, sondern dass sie es auch verpasst haben, die Zeichen der Zeit zu erkennen: Was sie aktuell im Nahen Osten mitver­ant­worten, wird vom angeb­lichen Rest der Welt – der nur von Einäugigen als «Rest» bezeichnet wird – je länger desto weniger goutiert. China, Indien, Brasilien, Russland und viele weitere Staaten sind keine Petitesse mehr. Ausser in den Augen «unseres» dekadenten Westens.

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