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Die Wahrheit über Israel heute – totgeschwiegen

Die Premiere des Dokumentarfilms «Naza» am Filmfestival in Venedig sorgte Anfang Woche welt­weit für einen Paukenschlag, der bis heute nicht ver­hallt ist. Dabei steht jedoch weniger der Inhalt des jüng­sten Werks der israe­li­schen Autorenpaars Yuval Abraham und Rachel Szor im Zentrum als die hyste­ri­sche Reaktion des israe­li­schen Regimes.

Weil Abraham/​Szor in ihrem Film das Vorgehen des israe­li­schen Militärs in Gaza dar­stellen und ent­larven, for­derte der israe­li­sche Minister für Kultur und Sport bereits am ver­gan­genen Montag, es sei ihnen die Staatsbürgerschaft zu ent­ziehen. Am Mittwoch dop­pelte sein Ministerpräsident Netanyahu nach, indem er zwei eilends pro­du­zierte Gesetzesvorlagen ankün­digte: «Mit der ersten würde allen, die Soldaten des IDF dif­fa­mieren, die Staatsbürgerschaft ent­zogen, die zweite würde sie finan­ziell treffen, indem der Schadenersatzbetrag, auf den sie wegen Verleumdung ver­klagt werden können, um das Zwanzigfache erhöht wird», zitiert die Zeitung Haaretz die Ankündigung Netanyahus.

Ein wei­teres Manöver des israe­li­schen Regimes, das jeg­liche Kritik an seiner Politik mit immer dra­sti­scheren Methoden zu unter­binden ver­sucht. Erschreckend, wie sich Israel unge­bremst immer weiter zu einem Unrechtstaat ent­wickelt, der in vielen Aspekten Parallelen zum Nazi-Regime der 1930er Jahre aufweist.

Wie berech­nend und ziel­ge­richtet das Regime dabei vor­geht, zeigt ein Bericht der israe­li­schen Menschenrechtsorganisation B’tselem, der eben­falls Anfang Woche publi­ziert wurde. Er befasst sich mit den jüng­sten Entwicklungen im von Israel seit 1967 illegal besetzten Westjordanland, wo der Terror und die Verdrängungspolitik gegen die palä­sti­nen­si­sche Bevölkerung seit 2022 und ins­be­son­dere nach dem 7. Oktober 2023 immer dra­sti­schere Formen ange­nommen haben.

Unter dem Titel «Das Eliminations-Projekt» beschreibt B’tselem, wie das Leben der 3,5 Millionen Palästinenser:innen im Westjordanland durch die israe­li­sche Terrorpolitik auf allen Ebenen und tag­täg­lich beein­träch­tigt wird: «Elimination bedeutet in diesem Kontext eine anhal­tende Beeinträchtigung der mate­ri­ellen, sozialen und poli­ti­schen Bedingungen, die die kol­lek­tive Existenz der Palästinenser ermög­li­chen», steht in der Zusammenfassung des 249 Seiten umfas­senden Berichts.

In den letzten drei Jahren wurden allein im Westjordanland über 1’100 Palästinenser:innen ermordet – betei­ligt an den Tötungen sind sowohl rechts­extreme Siedler, die vom Staat gross­zügig mit Waffen aus­ge­rü­stet werden, wie auch das israe­li­sche Besatzungs-Militär. Die Morde sowie die ille­galen Konfiskationen und Zerstörungen von palä­sti­nen­si­schen Dörfern und Feldern sind zur Routine geworden, so der Bericht von B’tselem.

Mit über 2000 Augenzeugenberichten von Betroffenen sowie gestützt auf umfang­reiche Recherchen und Analysen, richtet die Menschenrechtsorganisation in ihrer Untersuchung den Fokus auf das System, wel­ches hinter den täg­li­chen Schikanen, Übergriffen und der Zerstörung palä­sti­nen­si­schen Lebens in der Westbank steckt.

Dabei lassen sich fünf Aktionsfelder auf unter­schied­li­chen Ebenen erkennen, die alle zum Ziel haben, den 2017 vom heu­tigen Finanzminister Bezalel Smotrich ver­kün­deten Plan in die Tat umzu­setzen, wonach Palästinenser:innen sich der jüdi­schen Vorherrschaft im Westjordanland unter­werfen sollen oder gehen müssen.

Yuli Novak, Direktorin von B’tselem und Kareem Jubran, Leiter der Feldforschung bei B’tselem zeigen in einem 11minütigen Video eine Reise durch das Westjordanland und geben mit ein­drück­li­chen Bildern und Statements Einblicke in die Eliminations-Maschine Israels.

Die Reise führt über die gut aus­ge­bauten «Apartheid Roads», die für jüdi­sche Israelis reser­viert und für Palästinenser:innen gesperrt sind, an zahl­rei­chen der mitt­ler­weile 925 Barrieren und Checkpoints vorbei, an wel­chen man nie weiss, ob sie wirk­lich pas­sierbar oder gerade geschlossen sind. 

Erschütternde Bilder von Gewaltakten, begangen von Siedler-Terroristen wie auch von Soldat:innen zeigen, wie die ansäs­sige palä­sti­nen­si­sche Bevölkerung in ihrem Alltag bedroht wird: Die Menschen werden immer stärker unter Druck gesetzt, ein­ge­engt, haben keine Lebensgrundlage mehr und müssen schliess­lich auf­geben und ihr Land zwangs­weise den Israelis über­lassen, alles isra­el­recht­lich abge­segnet. Die histo­ri­sche Vorlage findet sich ent­setz­li­cher­weise in der Arisierungspolitik der Nationalsozialisten.

Das erklärte Ziel der israe­li­schen Politiker:innen zeigt ein Statement des Knesset-Abgeordneten Simcha Rothman, der im Film unmiss­ver­ständ­lich ver­kündet: «Wir werden die Souveränität für Judea und Samaria bean­tragen, und wir werden dafür sorgen, dass sich das Heimatland des jüdi­schen Volkes vom Fluss bis zum Meer (from the river to the sea!) erstreckt.»

B’tselem bezeichnet diese unge­bremste Eliminations-Politik im Westjordanland als eth­ni­sche Säuberung und for­dert die inter­na­tio­nale Gemeinschaft auf, die Systematik hinter dem israe­li­schen Vorgehen nicht nur in Gaza, son­dern auch im Westjordanland zu benennen und end­lich auch Massnahmen gegen Israel zu ergreifen:

«Staaten und inter­na­tio­nale Institutionen haben die mora­li­sche und recht­liche Verpflichtung, alles in ihrer Macht Stehende zu tun und alle ihnen nach dem Völkerrecht zur Verfügung ste­henden Mittel ein­zu­setzen, um Israel daran zu hin­dern, seine Verbrechen fort­zu­setzen, diesen ein Ende zu setzen und die Palästinenser davor zu schützen. Die inter­na­tio­nale Straflosigkeit ver­hin­dert die Rechenschaftspflicht für bereits began­gene Verbrechen und ist zudem eine der Voraussetzungen, die es ermög­licht, dass solche Verbrechen wei­ter­gehen. Der Völkermord im Gazastreifen hat nicht zu dem grund­le­genden Wandel in der inter­na­tio­nalen Politik geführt, den das Ausmass der Verbrechen erfor­dern würde, und die­selbe Politik ermög­licht die anhal­tende Gewalt, die wirt­schaft­liche Strangulierung, die soziale und poli­ti­sche Zerstörung sowie die eth­ni­sche Säuberung im Westjordanland.»


titel thesen tem­pe­ra­mente: Filmausschnitte von «Naza» und Interview mit Rachel Szor/​Yuval Abraham


Solidarische Landwirtschaft

Im Berner Seeland, wo die Aare den Bielersee ver­lässt und Richtung Solothurn fliesst, säumen üppige Bäume das rena­tu­rierte Nordufer des Flusses. Zwischen Wasser und Wald erstrecken sich weit­läu­fige Äcker – am Waldrand grasen ein paar schot­ti­sche Hochlandrinder, anson­sten viele seit Jahrzehnten intensiv bewirt­schaf­tete Felder. Vor allem Futtermais, Hafer, Getreide, Zuckerrüben.

Zumindest war das bis vor kurzem so. Seit diesem Sommer näm­lich, gibt es in dieser bis­lang mehr­heit­lich tra­di­tio­nell bewirt­schaf­teten Landwirtschaftszone Spärs bemer­kens­werte Veränderungen:

Da recken auf einem langen, schmalen Feld, wo bis vor kurzem noch Wintergetreide und Hafer ange­baut wurde, junge Obstbäume ihre Äste gen Himmel. Noch werden sie deut­lich über­ragt von zwei Ansitzstangen für Greifvögel: Die rund 30 Bäume — im Dezember 2025 gepflanzt — sind noch klein und zart. Bis sie Äpfel, Birnen, Mirabellen, Kirschen oder Baumnüsse tragen werden, dauert es noch ein paar Jahre.

Das heisst aber nicht, dass es auf der Parzelle, wo die Hoschtet (der Obstgarten) her­an­wächst, diesen Sommer nichts zu ernten gab – im Gegenteil: Auf dem Feld zwi­schen den Bäumchen gediehen Rondinis und Zucchetis. Aktuell leuchten orange Kürbisse in allen Grössen. Einzig der Zuckermais wollte nicht so recht wachsen. Wie so viele Pflanzen hat auch er diesen Sommer unter der enormen Hitze und Trockenheit gelitten.

Eine Wegbiegung weiter, auf der anderen Seite des Grittbachs – einem Streifen Naturschutzgebiet zwi­schen den Feldern – wartet die nächste Überraschung: Schon von weitem erspäht man den Holzschuppen und die hell leuch­tenden Folien – beim Näherkommen dann ent­decken wir Reihe um Reihe eine bunte Vielfalt von Gemüse, Gewürzen, Salaten und präch­tigen Blumen. Unter dem schüt­zenden Dach eines mobilen Gewächshauses Tomaten in allen Formen und Farben, Basilikum und Peperoncini…

Die Tomaten sehen nicht nur ver­lockend aus, sie schmecken auch köst­lich. Genauso wie die Rüebli, die wir zum Probieren aus dem Boden ziehen und der Salat, den wir später zum Znacht zube­reiten, ange­rei­chert mit selbst­ge­ern­teten Kräutern, Stangensellerie und Zwiebeln vom Feld.

Auf die Frage, woher die Setzlinge für all die Kulturen stammen, ant­wortet Ursina Eichenberger, die Initiantin und trei­bende Kraft hinter dieser erstaun­li­chen Transformation eines Ackers in einen Gemüse- und Blumengarten, nicht ohne Stolz: «Die haben wir alle selber gezogen!»

Wir, das sind die Mitglieder der Genossenschaft «Spärs divers – potager par­tagé». Sie wurde erst vor wenigen Monaten gegründet, um auch in der Region Biel Interessierten die Möglichkeit zu bieten, auf einem gemein­samen Acker Nahrungsmittel für die Selbstversorgung zu produzieren.

Solche soli­da­ri­schen Landwirtschafts-Projekte (kurz Solawi) gibt es in der Schweiz bereits an ver­schie­denen Orten. Immer mehr Menschen ent­decken die Vorteile und Qualität von selbst­ge­zo­genen Lebensmitteln vom eigenen Feld, statt immer nur aus der Migros oder vom Coop. Mit ihren erfolg­rei­chen Engagements zeigen sie, wie Landwirtschaft jen­seits von Bauernverband und Stadt-Landgraben funk­tio­nieren kann .

Ursina Eichenberger gehört zu den Pionier:innen der soli­da­ri­schen Landwirtschaft in der Deutschschweiz. 2009 war sie Gründungsmitglied der Kooperative orto­loco in Dietikon, die sie wäh­rend Jahren begleitet hat. Die Historikerin und Umweltwissenschaftlerin hat u.a. auch einen Lehrgang für soli­da­ri­sche Landwirtschaft initiiert. 

Nach Abschluss ihrer Zusatzausbildung zur Gemüsegärtnerin hat Ursina Ende 2025 ihren dama­ligen Job als Verantwortliche für den Gemüseanbau auf der Ferme de Trois Rods in Boudry gekün­digt, um sich voll und ganz auf das Abenteuer «Spärs divers – potager par­tagé» kon­zen­trieren zu können.

Ein mutiger Schritt, den sie aber bis­lang keinen Moment bereut hat: Seit dem Start im letzten Dezember hat sich eine aktive Kerngruppe von Solawi-Mitgliedern zusam­men­ge­funden, die das Projekt lau­fend weiter ent­wickelt. Nach dem Start mit den Bäumen, ging es an die Planung des Gemüsegartens. Sobald die not­wen­digen Bewilligungen vor­lagen, machten sie sich an den Bau einer Pumpe für die Bewässerung von nicht trocken­heits-resi­stenten Kulturen, erstellten einen Geräteschuppen sowie Folientunnel für Gemüse und Setzlinge.

Im Mai wurden bereits die ersten selber gezo­genen Radiesli geerntet. Seither können die Genossenschafter:innen Woche für Woche immer wieder neue Produkte vom Acker holen. Für Kulturen, die wenig bekannt sind, lie­fert der wöchent­lich ver­schickten Erntebrief sogar ab und an ein Rezept mit.

Aktuell stehen der Bieler Solawi 2,5 Hektaren Land zur Verfügung. Damit sollen der­einst rund 75 Genossenschafts-Haushalte rund ums Jahr mit fri­schen bio­lo­gi­schen und nach­haltig pro­du­zierten Nahrungsmitteln ver­sorgt werden. Noch sind es nicht so viele. In den letzten Wochen haben Ursina und ihre Mitstreiter:innen wesent­lich mehr geerntet, als sie selber ver­werten konnten – so kamen auch ver­schie­dene Restaurants und soziale Institutionen in den Genuss von fri­schem Gemüse aus dem Spärs.

Ein Höhepunkt war die Kartoffelernte von letzter Woche, die alle Erwartungen über­troffen hat. Tatkräftig unter­stützt wurden die Genossenschafter:innen dabei von einer Schulklasse aus Biel, die im Rahmendes Projekts «Natur Schule See Land» mit­an­ge­packt hat. «Eine super Ernte», berich­tete Ursina vom Feld und lie­ferte auch gleich die Erklärung mit: «Kartoffeln wurden da seit Jahrzehnten nicht ange­baut, das hilft. Wir haben weder gedüngt noch bewässert.»

Das Projekt zeigt: Wenn man es richtig anpackt, kann land­wirt­schaft­liche Produktion sehr schnell und mit ver­gleichs­weise beschei­denen Investitionen umge­stellt werden. Was es dafür braucht, sind enga­gierte, neu­gie­rige Menschen, die gerne expe­ri­men­tieren und Veränderungen, statt sich vor ihnen zu fürchten, als Chance für Neues sehen und vorantreiben.

Ein JA für die Ernährungsinitiative könnte sol­chen Projekten zu wei­terem Aufschwung ver­helfen. Umso ärger­li­cher ist die Lobbyarbeit der Ewiggestrigen: Während das Polit-Establishment mit tat­kräf­tiger Unterstützung der Mainstream-Medien alles daran setzt, die drin­gend not­wen­dige Weichenstellung für eine zukunfts­taug­liche Landwirtschaft zu ver­hin­dern, erbringen die Solawi-Macher:innen im Spärs den Beweis, dass es auch anders geht. Und erst noch Freude macht.



7 Fragen an ein Mahnmal

Auf der Casinoterrasse in Bern, gleich neben dem Bundeshaus, soll ein Erinnerungsort für die Opfer des Nationalsozialismus gebaut werden. Am 8. September 2026 wurde das künf­tige Denkmal den Medien vorgestellt.

Das Siegerprojekt des Wettbewerbs «Schweizer Memorial für die Opfer des Nationalsozialismus» ist anspre­chend und hat Potenzial: Eine klin­gende Installation aus schwarzem Metall, die Besucher:innen und Passant:innen mit immer wieder neuen Klängen zum Nachdenken anregen will. Dazu Informationstafeln mit Geschichten und Biografien gegen das Vergessen.

«Wir wün­schen uns, dass die Menschen einen Moment inne­halten und ver­weilen, dass sie staunen, dass sie nach­denken. Wir fänden es sehr schön, wenn dort viele Begegnungen statt­finden und man sich dem Klang aus­setzt, aber dann über die Gegenwart nach­denkt: Was hat das mit meinem Leben zu tun?», wird Isabel Koellreuter, Co-Projektleiterin des Siegerprojekts «unfolded minute» auf der Website von Swiss Memorial zitiert.

Ein wich­tiges Anliegen. Doch mit Denkmälern ist es so eine Sache: Erinnern und Nachdenken über damals genügt nicht. Es macht erst Sinn, wenn wir als Individuen und Gesellschaft die rich­tigen Lehren daraus ziehen, damit sol­ches wie wäh­rend des Holocaust im 2. Weltkrieg «nie wieder» geschieht – nie­mandem! Weder Fahrenden, noch People of Colour, jüdi­schen Menschen, Homosexuellen, Widerstandskämpfer:innen, Menschen mit Handicap, Geflüchteten…

Genau dies ist beim aktu­ellen Projekt jedoch infrage gestellt. Angesichts der Entstehungsgeschichte und der Zusammensetzung der Trägerschaft für das «Schweizer Memorial» kommen Zweifel auf.

Unbequeme Fragen drängen sich auf:

  1. Warum ein «Nationales Denkmal» an zen­traler Stelle einzig und allein für die Opfer des Nationalsozialismus in der Schweiz?

  1. Weshalb auf der Casinoterrasse nicht auch erin­nern an die Opfer der Aktion «Kinder der Landstrasse», an die Opfer von für­sor­ge­ri­schen Zwangsmassnahmen, an Menschen, die in der Schweiz kein Asyl erhalten und in den Tod zurück­ge­schickt wurden… Warum nicht ein Mahnmal für alle Opfer von staat­li­chem Fehlverhalten?

  1. Warum war Ralph Friedländer, Präsident des Schweizerisch Israelitischen Gemeindebunds SIG als Sachpreisrichter in der Wettbewerbsjury der ein­zige Vertreter von Nachkommen der Opfer des Nationalsozialismus?

  1. Ist es im Sinn der Sache, dass die Federführung für das vom Bund und der Stadt Bern mit öffent­li­chen Geldern massiv geför­derte Projekt beim Schweizerischen Israelitischen Gemeindebund ange­sie­delt ist?

  1. Sind Israel-Lobbyisten wie SIG-Geschäftsführer Jonathan Kreutner, der aktuell auch als Geschäftsführer a.i. des Netzwerkvereins für das Mahnmal amtet, die rich­tigen Leute für ein sol­ches Projekt, das alle Menschen in der Schweiz anspre­chen und berühren soll?
    Kreutner, wie auch der Präsident des besagten Netzwerkvereins Erik Petry – deut­scher Historiker und stell­ver­tre­tender Leiter des Zentrums für Jüdische Studien der Universität Basel – zählen zu den schlimm­sten Propagandisten hier­zu­lande, die mit ihren Interventionen und Desinformationen in den Diensten der Israel-Lobby alles dar­an­setzen, jeg­liche Unterstützung von palä­sti­nen­si­schen Anliegen mit Antisemitismus gleich­zu­setzen und im Keim zu ersticken. Jüngstes Beispiel: Die geplante Demonstration «Death to Zionism» vom 29. August 2026 in Basel, zu der sich Petry in der NZZ mit den Worten zitieren liess: «Das ist Aufruf zum Mord.» 

  1. Weshalb ist die isra­el­freund­liche Zusammensetzung des Trägervereins für das Mahnmal-Projekt prak­tisch iden­tisch mit jener des Netzwerkvereins? Dessen Co-Präsidentin Sarah Kahn ist gleich­zeitig Geschäftsleiterin der Gesellschaft Minderheiten in der Schweiz und Projektleitern bei der Stiftung gegen Rassismus und Antisemitismus GRA – beides Organisationen, die wie der SIG ein­seitig Pro-Israel Positionen vertreten.

  1. Warum ver­trat aus­ge­rechnet Aussenminister und Israelfreund Ignazio Cassis allein die Landesregierung an der Medienkonferenz für das Mahnmal und nicht zusammen mit Kulturministerin Elisabeth Baume-Schneider und/​oder Justizminister Beat Jans?

Zur glei­chen Zeit, als Cassis vor den Medien das geplante Mahnmal als bedeu­tenden Beitrag für die Schweizer Erinnerungskultur lobte mit den Worten, dass «poli­ti­sche Entscheidungen bis­weilen bedeu­tende Auswirkungen auf das Leben von Menschen haben», kün­digten 12 Länder ein Verbot für den Import von Waren aus den besetzten Gebieten des Westjordanlands an – dar­unter Grossbritannien, Frankreich und Kanada.

Bundesrat Cassis als unser Vertreter in der Welt, hatte Wichtigeres zu tun.


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