
Israel setzt sein völkerrechtswidriges Morden ungehindert fort – mit tatkräftiger Unterstützung der USA. Tag für Tag sterben Menschen in Gaza und im Westjordanland durch US-amerikanische und israelische Waffen. Seit drei Wochen hat der Terrorstaat seinen Angriffs- und Eroberungskrieg weiter intensiviert und auf den Libanon und den Iran ausgedehnt…
Während in unseren Breitengraden der Iran-Krieg vor allem wegen der Sorgen um steigende Energiepreise für Schlagzeilen sorgt, töten Raketen und Bomben im Nahen Osten nicht nur gewöhnliche Zivilist:innen ohne Ende, sie zerstören auch Jahrtausende altes Kulturerbe, vergiften ganze Regionen und vernichten Lebensgemeinschaften und Umwelt auf Jahre und Jahrzehnte hinaus.

Dies kümmert die Aggressoren und insbesondere die eigentlichen Kriegsgewinner keinen Deut. Vielmehr dürften sie sich darüber freuen: Die angesichts des allgemeinen Aufrüstungsbooms hohen Gewinne der Rüstungsunternehmen erreichten mit dem US-israelischen Angriff auf den Iran am 28. Februar neue Rekordwerte.
So kletterte etwa der Aktienkurs des grössten israelischen Rüstungskonzerns Elbit Systems Ltd im ersten Quartal 2026 von 584 USD pro Aktie im März 2026 zeitweise auf über 1000 USD, nachdem er sich schon 2025 mehr als verdoppelt hatte!
Die Schweiz verdient an diesen Kriegsgewinnen wacker mit. So hat laut einer Recherche der SP-Plattform Direkt die Pensionskasse der Stadt Zürich mit ihrer Investition von rund 886’000 USD in Elbit-Aktien allein 2025 einen Profit von über einer halben Million USD erzielt.

Die Schweizer Nationalbank SNB hat ihr Elbit-Paket im letzten Jahr sogar weiter aufgestockt und hielt Ende 2025 rund 80’000 Aktien des umstrittenen Rüstungskonzerns, mit einem Wert von rund 46 Millionen USD. Sie liegt damit auf Platz 21 in der Rangliste der grössten Elbit-Investoren, während die UBS mit über 126’000 Elbit-Aktien auf Platz 15 liegt.
Die Verstrickungen unseres Landes mit dem israelischen Rüstungsgiganten gehen aber weit über finanzielle Kriegsprofite hinaus. So geschäftet die Beschaffungsbehörde der Schweizer Armee Armasuisse seit Jahren mit Elbit und bezieht in grossem Umfang Kommunikations- und Waffensysteme aus Israel. Für Schlagzeilen sorgten diesbezüglich in den letzten Monaten insbesondere die Verzögerungen und Lieferprobleme rund um die Drohne Hermes 900.
Obschon die Schweiz ein kleines Land mit einer überschaubaren Armee ist, scheint sie für den Weltkonzern Elbit eine wichtige Partnerin zu sein. So wichtig, dass man vor sechs Jahren mit der Tochtergesellschaft Elbit Switzerland in Bern sogar eine Schweizer Niederlassung gegründet hat, die 2022 um ein eigenes «Network and Digitization Center» in Uetendorf erweitert wurde.
Im vierköpfigen Verwaltungsrat von Elbit Switzerland sitzen drei israelische Staatsangehörige, alle mit Wohnsitz in Israel. Präsidiert wird das Gremium vom ehemaligen Armasuisse-Chef Jakob Baumann, der seit seinem Ausscheiden aus der Bundesverwaltung die dort geknüpften Beziehungen für seine weitere Laufbahn als Strippenzieher im Rüstungsgeschäft zu nutzen weiss.
CEO war bis vor wenigen Tagen der Schweizer Andreas Cantoni, ein ehemaliger Berufsoffizier, der ebenfalls über reiche Erfahrungen in der privaten Rüstungs- und «Sicherheits»-Industrie verfügt. Er sitzt auch im Vorstand der Schweizerischen Gesellschaft Technik und Armee, die sich als «unabhängiges Bindeglied zwischen Armee, Beschaffungsbehörden, Wirtschaft und Wissenschaft» versteht.
Laut Auskunft von Elbit Systems Switzerland haben deren Verwaltungsrat und Cantoni «in gegenseitigem Einvernehmen» beschlossen, die Zusammenarbeit per Ende März 2026 zu beenden. Ab dem 1. April 2026 übernimmt Verwaltungsratspräsident Jakob Baumann die Funktion als Executive Chairman interimistisch.
Patrick Muff, der seit Juni 2025 bei der Schweizer Niederlassung von Elbit als Projektmanager fungiert, ist wie Baumann und Cantoni ebenfalls ein ehemaliger Berufsmilitär der Schweizer Armee, wie auch Luftwaffen-Hauptmann Nico Perucchini, der von 2023 bis 2025 als «Country Training Manager» bei Elbit Switzerland für das Training von 20 Spezialisten in «komplexen, sicherheitsrelevanten Systemen» zuständig war.
Von Elbit Schweiz wechselte Perucchini letztes Jahr zur Schweizer Niederlassung des französischen Rüstungskonzerns Thales, wo auch Andreas Cantoni, der bisherige CEO von Elbit Schweiz, 14 Jahre lang gearbeitet hat.

Die Verflechtungen zwischen den in der Schweiz tätigen internationalen Rüstungskonzernen, ihren Schweizer Lieferanten sowie den Behörden, namentlich Entscheidungsträger der Schweizer Armee, sind vielfältig und verfilzt. Dies zeigte schon ein aufschlussreicher und lesenswerter Artikel in der WOZ vom September 2023. Darin werden unter anderem die Jobwechsel und Mandate von Jakob Baumann, dem aktuellen Verwaltungsratspräsidenten und designierten Geschäftsführer ad interim von Elbit Switzerland unter die Lupe genommen.
«Der Vorteil des Milizsystems in der Schweiz ist, dass man sich kennt und sich vertraut», liess er damals verlauten. Von möglichen Interessenkonflikten wollte er nichts wissen, es gebe kein anderes Land, so Baumann gegenüber der WOZ, «das in der Rüstungsbranche so transparent ist wie die Schweiz.»
Eine gewagte Behauptung. Fakt ist, dass wir in der Tat eigentlich genug über die Geschäftstätigkeit von Elbit und ihre tödlichen Auswirkungen auf die Menschen im Nahen Osten wüssten, um deren Aktivitäten in der Schweiz zu verbieten. Unhaltbar ist dabei nicht nur, dass die Schweizer Armee weiterhin Material von Elbit bezieht, einem der Hauptlieferanten des Genozids und Kriegs im Nahen Osten. Wie Recherchen der Republik zeigen, profitiert der Elbit-Konzern darüber hinaus vom Know-how und in der Schweiz erfolgten Entwicklungen, etwa in Bezug auf die Drohne Hermes 900:
«Elbit nutzt den Auftrag aus der Schweiz von Beginn an, um seine Drohne auch für zivile Nutzungen zu bewerben. Noch vor dem Zuschlag durch die Schweiz bewirbt ein Promo-Video die Drohne bereits mit Aufnahmen vor dem Schweizer Alpenpanorama. Entstanden sind diese Bilder bei Testflügen. Und das von der Ruag mitentwickelte System wird explizit als Verkaufsargument ins Feld geführt: Elbit bewirbt die Drohnen als das ‘weltweit erste unbemannte Flugsystem, das für den Flug in einem nicht segregierten zivilen Luftraum zertifiziert ist’.»

Letzte Woche hat der Bundesrat bekannt gegeben, aus Neutralitätsgründen würden keine neuen Exporte von Kriegsmaterial in die USA bewilligt, solange sich diese in einem Krieg mit dem Iran befänden. Wie im Fall von Israel ist aber davon auszugehen, dass die angekündigten Sanktionen möglichst lasch gehalten werden.
Dies aus opportunistischen Gründen wie sie in der Schweiz eine lange Tradition haben. Dazu gehört insbesondere auch die Abhängigkeit der Schweiz von US-amerikanischen wie auch von israelischen Waffensystemen und ‑lieferungen. Elbit Switzerland ist nur ein Beispiel für die komplexen und selbstzerstörerischen Verstrickungen der Schweizer Wirtschaft und Politik mit dem völkerrechtswidrigen Krieg und Genozid im Nahen Osten.
Das stinkt zwar gewaltig zum Himmel – davon nicht betroffen ist aber offensichtlich das Geld, das damit zu verdienen ist.
Nachtrag:
Am Freitagabend, 20 März 2026 haben Aktivist:innen einen Anschlag auf die Büroräumlichkeiten von Elbit Switzerland an der Seilerstrasse in Bern verübt, wie die deutschschweizer Medien erst heute berichten. Laut einem Communique, das die Genfer Zeitung Le Courrier publik machte, bekannte sich das Kollektiv No Tech for Apartheid zur Aktion, mit der Begründung, Elbit müsse seine Tore schliessen.
Eine Aktion nach dem Vorbild der britischen NGO «Palestine Action», deren Aktivist:innen sich regelmässig Elbit-Standorte im UK vornehmen, um auf die tödliche Mission dieses Konzerns aufmerksam zu machen. Mit einigem Erfolg.


Die Schweiz ist nicht nur Komplizin, sie profitiert direkt von diesem Krieg. Während Elbits Drohnen in Gaza Zivilisten massakrieren, liefern Schweizer Firmen wie Alpes Lasers für 25 Millionen Franken Militärtechnik an den Konzern. Die Hermes Drohnen, stolz als „zivil zertifiziert“ beworben, sind in Wahrheit zentrale Werkzeuge eines Völkermords. Die Armee hält stur an den Aufträgen fest, obwohl Elbit jetzt 50 Millionen Franken Nachschlag für das total gescheiterte Funkprojekt verlangt – und die Drohnen frühestens 2027 einsatzbereit sind.
Europa handelt: In Tschechien brannte ein Elbit-Partnerlager nieder, in Großbritannien wurden Saboteure freigesprochen, die Elbits Fabriken lahmlegten. Die Schweiz aber kassiert weiter SNB-Dividenden von Elbits Blutgewinnen. Wer da noch von Neutralität spricht, macht sich zum Handlanger des Genozids.