
Mit der Lancierung von US-Präsident Trumps «Board of Peace» und den Zukunftsplänen für Gaza gehen die Ausbeutung und Vernichtung Palästinas und dessen angestammter Bevölkerung in eine nächste Runde. Die UNO-Sonderberichterstatterin für die besetzten palästinensischen Gebiete, Francesca Albanese, nennt das Ganze ein «Theater des Absurden, das die Landkarte von Gaza neu zeichnet und sie den hellen Köpfen von Menschen anvertraut, von denen einige wegen Kriegsverbrechen in Den Haag vor Gericht stehen sollten, sowie den geschickten Händen amerikanischer Immobilienentwickler.»
Diese wittern durch die milliardenteure Umsetzung ihrer Riviera-Pläne ein lukratives Geschäftsfeld. Zu diesem Zweck wollen sie den Strand von Gaza in ein Touristenparadies verwandeln – ein Unterfangen, wie wir es aus anderen Weltgegenden kennen. So wurde zum Beispiel die einheimische Bevölkerung, die zum grossen Teil vom Fischfang lebte, nach dem Tsunami in Sri Lanka von der Küste weg ins Landesinnere zwangsumgesiedelt, um die begehrten Strände für die internationalen Tourismusinvestoren freizubekommen…
Auch die Mittel, mit welchen der palästinensische Boden durch den internationalen Kapitalismus und die Besatzungsmacht endgültig erobert werden soll, sind altbekannt und verheissen nichts Gutes: Der US-amerikanische General Jasper Jeffers, den Trump als Kommandant der «International Stabilization Force» eingesetzt hat, ist ein US-amerikanischer Veteran der «Special Operations», die bereits im Irak und in Afghanistan gescheitert sind.
Wie Medea Benjamin und Nicolas J.S. Davies in ihrem aufschlussreichen Artikel auf Common Dreams aufzeigen, versuchte die USA-Armee damals mit ihren «Special Operations» sowohl im Irak wie in Afghanistan, mit Tausenden von Luftangriffen und nächtlichen Razzien, ausgeführt mithilfe von bezahlten Todesschwadronen, den bewaffneten Widerstand zu brechen. Wie wir heute wissen, ohne Erfolg.
Ähnlicher Methoden bedient sich bereits heute auch die israelische Armee, die trotz Waffenstillstand ihre täglichen gezielten Tötungen in Gaza fortführt. Als Beispiel nennen die Autoren auf Common Dreams die Ermordung von Oberstleutnant Mahmoud al-Astal: Der Polizeichef von Khan Younis wurde am 12. Januar 2026 von Mitgliedern einer Miliz getötet, die ihr Hauptquartier im israelisch besetzten Teil von Gaza hat und laut Angaben ihres Anführers den Mord im Auftrag des israelischen Geheimdienstes Shin Beit ausgeführt hat.
Angesichts der aktuellen Weichenstellungen muss davon ausgegangen werden, dass sich mit der Umsetzung von Trumps teuflischem «Friedensplan» die Spirale von Gewalt, Vertreibung und Auslöschung der palästinensischen Bevölkerung und ihrer Geschichte weiter beschleunigen wird.
Ein weiterer Aspekt, über den unsere Medien kaum berichten, ist die zynische Missachtung jeglicher Persönlichkeitsrechte von Palästinenserinnen und Palästinensern, die schon seit Jahren einer Dauerüberwachung durch die israelische Armee ausgesetzt sind. Unter dem Vorwand, die Sicherheit der jüdischen Menschen in Israel schützen zu müssen, missbraucht das israelische Regime Palästinenser:innen seit über fünfzig Jahren als «Versuchsobjekte für die Entwicklung von Überwachungs- und Kriegstechnologien», wie Sarah Fathallah jüngst in ihrem lesenswerten Artikel über «Künstliche Intelligenz und der Fall Palästina» im Journal «Public Humanities» schreibt.
Sie verweist unter anderem auf die umfangreichen Recherchen des australischen Journalisten Antony Loewenstein, der in seinem Buch «The Palestine Laboratory» bereits vor dem 7. Oktober 2023 beschrieben hat, wie Israel neue Technologien in den von ihm illegal besetzten Gebieten an einer Bevölkerung in Gefangenschaft ausprobiert und diese zu «Versuchskaninchen» degradiert hat.
Mit der fortschreitenden Entwicklung von KI optimieren die israelische Armee und israelische Tech-Unternehmen dieses System laufend weiter. Die schier endlosen Möglichkeiten, einmal erhobene Daten miteinander zu verknüpfen und für die Erkennung und Verfolgung von einzelnen Menschen einzusetzen, werden mittlerweile auch für KI-gesteuerte Tötungsaktionen eingesetzt, wie etwa der israelische Journalist Yuval Abraham auf +972 und im Guardian aufgedeckt hat.
«Die KI führt ein duales Paradigma ein, in dem sowohl das Leben als auch der Tod von Palästinensern zu Orten der Datenenteignung werden», resümiert Sara Fathallah in ihrem Artikel. «Diese Dualität erfordert, dass Palästinenser am Leben gehalten werden, um ständig aktualisierte Daten für die tödlichen algorithmischen Systeme zu generieren, die auf sie abzielen, während ihr Tod weitere Daten liefert, um diese Systeme zu verfeinern und als ‘kampferprobt’ zu vermarkten.»
Dies ist nicht zuletzt Teil des gleichen teuflischen Plans, der die palästinensische Bevölkerung auslöschen, aber zuvor noch den grösstmöglichen Profit aus den Menschen schlagen will: Die florierende israelische Rüstungs- und «Sicherheits»-Industrie verkauft ihre Produkte seit Jahren unter dem Label «kriegsgetestet und kriegserprobt» auf dem Weltmarkt. Auch in der Schweiz sind Überwachungssysteme im Einsatz, die an Palästinenser:innen getestet und optimiert wurden.
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Was Gabriela Neuhaus in ihrem Artikel beschreibt, ist keine düstere Zukunftsvision – es ist die Gegenwart.
Und es ist das Geschäftsmodell.…


